logo AO 1225 x 90

Beta Cephei (Eigenname Alfirk)  ist ein Stern, der etwas über 600 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Cepheus liegt. Er gehört zu einer besonderen Klasse von Sternen, die als Beta-Cephei-Sterne bekannt sind. Diese Sterne sind heiß, massereich und bekannt für ihre pulsierenden Helligkeits- und Spektrumsänderungen. Doch was bedeutet das genau?

Was sind Beta-Cephei-Sterne?

Beta-Cephei-Sterne sind veränderliche Sterne, deren Helligkeit und Spektrallinien sich aufgrund von Pulsationen verändern. Diese Pulsationen sind Schwingungen in den inneren Schichten des Sterns, die dazu führen, dass der Stern regelmäßig ausdehnt und sich wieder zusammenzieht. 

Beobachtung der H-Alpha-Linie

Eine der bekanntesten Spektrallinien in der Astronomie ist die H-Alpha-Linie. Sie entsteht durch Wasserstoff in der Atmosphäre von Sternen und liegt im roten Bereich des Spektrums. Bei Beta Cephei können wir diese Linie nutzen, um die pulsationsbedingten Bewegungen der Sternoberfläche zu beobachten.

Was habe ich beobachtet?

Ich habe den Stern Beta Cephei im H-Alpha-Bereich des Spektrums beobachtet und innerhalb weniger Stunden eine Verschiebung der H-Alpha-Linie festgestellt. Diese Verschiebungen sind ein direkter Hinweis auf die pulsierenden Bewegungen des Sterns:




1 Beta Cephei H alpha Skalierung 655 8 bis 656 8

 

Die obige Messreihe in einem Zeitraum von etwa fünf Stunden ist hier noch einmal in einem animierten Gif-File dargestellt. Deutlich sind die Schwingungen zu erkennen. 

6 Beta Cephei Wasserstoff Serie 1 120 656 2852

Kontrolle der Messergebnisse

Um Messfehler auszuschließen, habe ich zeitgleich eine Serienaufnahme der O2 Absorptionslinie (Frauenhofer B-Band) bei einer Wellenlänge von 686,7 nm bis 688,4 nm aufgenommen. Dieses Absorptionsband entsteht in der Erdatmosphäre und unterliegt demzufolge keiner Wellenlängenverschiebung.

1 2 Beta Cephei O2 Bande 12 686 6 bis 687 6 nm

 

Die folgende Animation zeigt das O2 Band der Erdatmosphäre - ebenfalls über 5 Stunden aufgenommen. Das Spektrum ist wellenlängenstabil, d. h. während der mehrstündigen Aufnahmeserie gab es keine mechanischen oder temperaturbedingten Abweichungen der Apparatur. 


7 Beta Cephei O2 Bande Serie 1 120 686 9

 

Warum passiert das?

Die Oberfläche von Beta Cephei bewegt sich während der Pulsationen ständig. Wenn die Oberfläche sich auf uns zubewegt, sehen wir eine Blauverschiebung der H-Alpha-Linie. Wenn die Oberfläche sich von uns wegbewegt, sehen wir eine Rotverschiebung. Diese Bewegungen sind periodisch und wiederholen sich in kurzen Zeiträumen, bei Beta Cephei mit einer Periode von 0,1904844 Tagen. Die scheinbare Helligkeit schwankt dabei zwischen +3,16m und +3,27m

 

Aufsuchkarte von B-Cephei

Aufsuchkarte.png

 

Die Spektren wurden mit einem selbst gebauten Spektrographen (3D-Druck) unter Verwendung eines 1800l/Gitters gewonnen. Wer den Spektrographen von Paul Gerlach nachbauen möchte, kann die erforderlichen 3-D Druckdateien unter https://www.thingiverse.com/ thing:2455390 herunterladen.

 

astronews.com - Aktuelle Meldungen

  • Sterne: Laborexperimente zeigen, wie Magnetfelder Eruptionen unterdrücken können
    Ein internationales Team aus Forschenden der Astrophysik und Plasmaphysik hat den ersten experimentellen Nachweis erbracht, dass starke Magnetfelder aktiver Sterne koronale Massenauswürfe vollständig unterdrücken können. Dies erklärt, warum massereiche stellare Eruptionen bei Sternen viel seltener beobachtet werden als bei der Sonne. (21. August 2026)
  • Milchstraße: Ein Stern auf extremer Bahn um das zentrale Schwarze Loch
    Mithilfe des Very Large Telescope Interferometers wurde jetzt mit S301 ein Stern entdeckt, der das zentrale Schwarze Loch der Milchstraße näher und schneller umkreist als jeder andere bekannte Stern - mit einer Umlaufzeit von 8,7 Jahren und einer größten Annäherung, die in etwa der Entfernung zwischen Sonne und Saturn entspricht. (20. August 2026)
  • Marsmeteoriten: Hinweise auf Wasser schon auf dem noch sehr jungen Mars
    Wasser nachweisen, wo heute keines mehr vorhanden ist: Neutronen- und Röntgentomografie machen es möglich. In einer internationalen Studie konnten Forschende makroskopische wasserstoffreiche Bereiche im Inneren eines Marsmeteoriten sichtbar machen. Die Resultate liefern Hinweise auf frühe Wasser-Gesteins-Reaktionen auf dem Mars. (19. August 2026)
  • Sterne: Was chemische Fingerabdrücke über die Vergangenheit massereicher Sterne verraten
    Viele massereiche Sterne waren einst Teil von Doppelsternsystemen, doch ihre spannende Vergangenheit war bisher oft nicht mehr nachvollziehbar. Eine neue Methode könnte es nun erlauben, Sterne zu identifizieren, die einst Masse von einem Begleitstern aufgenommen haben. Diese Sterne erscheinen heute als Einzelobjekte, tragen aber die chemischen Spuren ihrer Vergangenheit als Doppelstern. (18. August 2026)
  • Artemis: Schutzweste AstroRad senkt Strahlenbelastung deutlich
    Im Rahmen der Mission Artemis I flogen als Teil des Strahlungsexperiments MARE auch die Messpuppen Helga und Zohar zum Mond und wieder zurück. Beide waren mit Strahlungsdetektoren ausgestattet, Zohar trug zudem eine neu entwickelte Schutzweste. Eine jetzt vorgestellte Studie zeigt, dass eine solche Schutzweste die Strahlenbelastung für Besatzungsmitglied deutlich senken kann. (17. August 2026)
  • James Webb: Erstmals Galaxie mit drei aktiven supermassereichen Schwarzen Löchern entdeckt
    Forschende haben erstmals drei aktiv akkretierende supermassereiche Schwarze Löcher in einer einzigen, weit entfernten Galaxie nachgewiesen. Zwei der Schwarzen Löcher liegen eng beieinander im Zentrum der Galaxie J0148-4214, ein drittes befindet sich weiter außen. Der Fund gelang durch Beobachtungen mit dem Weltraumteleskop James Webb. (13. August 2026)
  • James Webb: Hülle um Stern nahe des zentralen Schwarzen Lochs enthält Wasser
    Neue Beobachtungen mit dem James-Webb-Weltraumteleskop zeigen, dass der Stern IRS 3 im Zentrum unserer Milchstraße enorme Mengen an Masse verliert. Seine umliegende Hülle wird dadurch kontinuierlich größer. Mit Webb gelang auch ein Blick in diese Hülle: Hier konnte das Team Wassermoleküle nachweisen - zur Überraschung der Forschenden. (13. August 2026)
  • SOLIS100: Isolationsstudie endete nach 100 Tagen
    100 Tage Isolation sind beendet: Die SOLIS100-Crew hat ihre "Raumstation" verlassen. Sechs Männer und Frauen haben mehr als drei Monate abgeschottet von der Außenwelt verbracht. Welche Auswirkungen hat das auf das Wohlbefinden, die Leistungsfähigkeit und die Gesundheit - wichtige Fragen für künftige Langzeitmissionen ins All. (12. August 2026)
  • Lange Nacht der Astronomie: Eine fast totale Sonnenfinsternis und das Maximum der Perseiden
    Rund eineinhalb Stunden vor Sonnenuntergang ist Mittwoch in Teilen Europas ein besonderes astronomisches Schauspiel zu beobachten: eine totale Sonnenfinsternis. In Teilen Spaniens wird der Mond die Sonne komplett verdunkeln, von Deutschland aus immerhin noch bis zu 90 Prozent. In der Nacht auf Donnerstag erreicht zudem der jährliche Sternschnuppenstrom der Perseiden seinen Höhepunkt. (12. August 2026)
  • Solar Orbiter: Korona-Vorhersage zur Sonnenfinsternis
    In den Tagen vor der Sonnenfinsternis am 12. August 2026 schaut die ESA-Raumsonde Solar Orbiter in besonderer Mission auf die Sonne: Ihre Messdaten sind Ausgangspunkt für die Modellierung der Struktur und Dynamik der Sonnenkorona. Ob die Rechnungen dann stimmen, wird sich zeigen, wenn die Korona während der totalen Phase der Finsternis für alle sichtbar wird. (10. August 2026)
  • Simulationen: Wie Strukturen in den Zentren von Galaxien gemeinsam wachsen
    Eine neue Galaxiensimulation lieferte jetzt neue Einblicke in die Prozesse, die die Zentren von Galaxien im gesamten Universum prägen und die Entstehungsgeschichte der Milchstraße bestimmen. Danach sind Sternhaufen und Sternscheiben im innersten Zentralbereich von Galaxien keine voneinander unabhängigen Strukturen, sondern eng miteinander wachsende verknüpfte Komponenten. (7. August 2026)
  • Sonne: Kleinste Wirbel auf der Sonnenoberfläche entdeckt
    Beobachtungen des Daniel K. Inouye Solar Telescope sowie Computersimulationen haben jetzt kleinste Wirbel an der Sonnenoberfläche enthüllt, die noch nie zuvor zu sehen waren. Die Entdeckung könnte helfen zu verstehen, wie sich Energie im Magnetfeld der Sonne aufstaut, um sich dann explosiv zu entladen. Die Forschenden werten die Wirbel als Anzeichen von Kelvin-Helmholtz-Instabilitäten. (6. August 2026)
  • Sonnenfinsternis: Wie die Ionosphäre auf ausbleibende Sonnenstrahlung reagiert
    Die totale Sonnenfinsternis in der kommenden Woche wollen Forschende nutzen, um die Reaktion der Ionosphäre, einer für Navigation und Kommunikation entscheidenden Schicht der oberen Atmosphäre, zu untersuchen. Geplant sind internationale Messkampagnen mit Radarsystemen, Satellitennavigations-Empfängern und Niedrigfrequenz-Signalbeobachtungen. (5. August 2026)
  • Neutronen: Auf der Suche nach der Spiegelwelt
    Schon seit Jahrzehnten gibt es die Vermutung in der Physik, es könnte eine Spiegelwelt existieren, die mit unserer Realität nur in äußerst schwachem Kontakt steht. Die Teilchen dieser Spiegelwelt gelten auch als Kandidaten für die Dunkle Materie, sind aber schwer zu fassen. Durch die Vermessung von rund 25 Milliarden Neutronen hat man versucht, ihnen auf die Spur zu kommen. (4. August 2026)
  • eROSITA: Neuer Katalog enthält doppelte Anzahl von Röntgenquellen
    Das deutsche eROSITA-Konsortium hat seinen zweiten großen Datensatz - den eROSITA Data Release 2 (DR2) vorgestellt. Er basiert auf den ersten drei Durchmusterungen des gesamten Himmels mit dem eROSITA-Teleskop an Bord der Spektrum-Röntgen-Gamma-Mission und bietet den bislang empfindlichsten und umfassendsten Katalog des Röntgenhimmels, der öffentlich zugänglich ist. (3. August 2026)
  • Der Sternhimmel im August 2026: Sommernächte, Sternschnuppen und zwei Finsternisse
    Der August bietet Astronomiefans gleich mehrere Highlights: Am 12. August ist in Teilen Europa eine totale Sonnenfinsternis zu sehen, die von Deutschland aus partiell zu beobachten ist. Nur wenige Stunden später erreichen die Perseiden ihr Maximum bei besten Beobachtungsbedingungen. Zum Monatsende verdunkelt sich zudem der Mond. Natürlich lockt auch der Sternhimmel des Sommers. (1. August 2026)
Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.